Bienentagebuch

Bienen im Spätsommer und Frühherbst - Vorbereitung zur Winterruhe im Bienenvolk

Hierzu ge hört z.B. das Einfüttern mit Zuckerwasser, Invertzuckersirup oder Futterteig. Wir haben den Bienen Zuckerwasser gegeben. Wichtig dabei ist, dies den Bienen so zu verabreichen, dass keine Räuberei auftritt (nicht kleckern, Flugloch möglichst klein halten) und das die Bienen nicht ertrinken können (in das Futtergeschirr kleine Stöcker oder Korken legen). Die Einfütterung haben wir regelmäßig Abständen alle paar Tage von Ende August bis Mitte September durchgeführt bis die gewünschte Menge in der Bienenbeute angekommen ist. Beim Bienenvolk, welches in einer Zarge überwintert sollen es 15-17,5 Liter ergeben. Im Bienenvolk, welches auf zwei Zargen überwintert sollten es 25-30 Liter ergeben.

IMG Varroabehandlung mit ASjpgNach oder zwischen der Einfütterung, hier ist die richtige Temperaturüber mehrere Tage nacheinander wichtig, folgt notgedrungen eine 2. Ameisensäure-Behandlung in unseren beiden Völkern um die sogenannte Varroamilbe, die sich in der Bienenbrut entwickelt zu bekämpfen. Die Varroamilbe ist ein in den 1980er Jahren aus Asien eingeschleppter Parasit, der unsere heimischen Honigbienen stark schädigt. Um ihn zu bekämpfen und gesunde und vitale Bienen zu haben sind verschiedene Wirkstoffe und Verfahren möglich. Wir haben uns neben der regelmäßigen Drohnenbrutentnahme im Frühling und im Sommer für die Behandlung mit der 60% Ameisensäure nach der Honigernte Anfang Juli und Mitte September 2020 entschieden. Wichtig im Vorfeld beider Behandlungen ist immer eine Kontrolle des Milbenbefalls auf dem Bodenschieber, der sich im Boden der Bienenbeute befindet, hier sollten am Tag nicht mehr als 5 Varroamilben auf dem Bodenschieber zu zählen sein. Bei mehr Milben pro Tag ist eine Behandlung nötig. Bei unseren zwei Bienenvölker war die Anzahl der Milben ganz knapp darüber und damit eine Behandlung sinnvoll. Zusätzlich haben wir bei der Ablegerbildung im Frühlinge beim brutfreien Bienenvolk eine Sprühbehandlung mit 15% Milchsäure durchgeführt.

Einen Bienenschwarm ist auf und davon

Es muss in der Woche vom 29. Juni bis 6. Juli geschehen sein… Ein Teil des jungen Bienenvolkes ist mit samt seiner neu gekrönten Bienenkönigin geschwärmt und sucht sich ein neues Zuhause. Ein Blick in die Bienenbeute des Ablegers am 6. Juli ließ uns staunen. Der noch vor einigen Tagen stark mit Bienen besetzte Wabenraum war nun nur noch halb so voll. Was ist hier passiert? Wahrscheinlich ist es dem jungen Bienenvolk zu eng in ihrer Bienenbeute geworden und sie haben sich eine neue Königin geschaffen. Hierfür sind Schwarmzellen (siehe Foto) an oder auf der Brutwabe ein sicheres Zeichen, dass ein Bienenvolk in Schwarmstimmung ist.

Schwarmzelle

Das Ziel der Imkerin ist es, dies zu vermeiden, dafür kontrolliert sie in den Monaten April bis Mitte Juli regelmäßig alle ca. 7 Tage die Brutwaben und schaut nach Weiselzellen und entfernt diese um die Schwarmbildung zu verhindern. Hier müssen wir eine Schwarmzelle übersehen haben. Das Schlüpfen einer neuen Königin ist dann der Startschuss, dass sich ein Teil des Bienenvolkes mit der alten („Blaue Königin“) als Bienenschwarm auf und davon macht und sich eine neue Bleibe sucht. Nur drei Tage haben sie für ihre Suche Zeit, dann ist ihr Honigproviant, den sie mitgenommen haben, verbraucht und sie benötigen eine Behausung für sich und die Königin und dringend neuen Honig als Nahrung. Ganz schön risikoreich so eine Wohnungssuche. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass die natürlichen Wohnräume für Bienen also hohle, abgestorbene, alte Bäume nur noch selten zu finden sind. Alternativ nehmen die Bienen auch Hohlräume in Dachböden oder in und an Häuserwänden (siehe Foto) und nisten sich dort häuslich ein zum Leitwesen der Häuserbesitzer. Einmal eingenistet bekommt eine Imkerin sie dort nicht mehr heil heraus und ein Schädlingsbekämpfer muss die Bienen entfernen.

Für das verbliebene Bienenvolk in unserer Bienenbeute heißt es nun sich gut um die frisch geschlüpfte Königin zu kümmern, so dass diese ihren Hochzeitsflug (Paarung) antritt und zum Bienenvolk zurückfindet und dann viele Eier legt, damit das Volk wächst und gedeiht und somit eine gut Chance bekommt, den Winter zu überstehen. Wir drücken allen Bienen die Daumen und sind einfach nur erstaunt und fasziniert über das Leben der Honigbienen.

 Die zweite Honigernte

6. Juli 2020 2. Honigernte

Am Montag, 6. Juli 2020 starteten wir am frühen Morgen unsere zweite Honigernte bei dem Bienenvolk in der Gärtnerei. Wir konnten diesmal 18 Honigwaben ernten und in die Küche der Krügervilla transportieren. Nach dem Entdeckeln, Schleudern und Sieben der Honigwaben füllte sich ein großer Honigeimer voll mit goldbrauner Flüssigkeit. Auch bei der zweiten Ernte war es wieder ein tolles Gefühl und ein schöner Anblick, wie der Honig aus der Honigschleuder über das Sieb in den großen Honigeimer fließt. Einfach schön.

Nun können wir wieder frisch geernteten Honig mit einem hohen Anteil an Lindenblüte anbieten und verkaufen. Ein 500 g Glas kostet 6 €.

Vielen Dank und einen guten Appetit beim nächsten Frühstücksbrötchen am Sonntag.

Krönung der neuen Königin

Kennzeichnung der neuen KöniginEin Blick in unseren Ableger zeigt am Mittwoch, 17. Juni 2020 ein munteres junges Bienenvolk auf allen 10 Rahmen mit Brut und Honig. Dieses junge Bienenvolk haben wir am 6. Mai 2020 aus dem starken Bienenvolk anhand von zwei Brutwaben und einer Futterwabe in eine neue Bienenbeute umgesiedelt (siehe Eintrag Bienentagebuch vom 6. Mai 2020). In der Zwischenzeit ist viel passiert, das junge Volk hat sich eine neue Königin aus der jungen Brut gezogen, diese Königin ist geschlüpft und hat ihren „Hochzeitsflug“ also die Begattung mit mehreren Drohnen erfolgreich gemeistert und den Weg zurück zu ihren Bienen gefunden. Zurück in der Bienenbeute hieß es nun für die Königin möglichst viele Eier legen (befruchtete Eier werden Arbeiterinnen und unbefruchtete Eier werden Dohnen), damit das Volk wächst und stark wird. Unser heutiger Blick zeigt, dass die Königin alle diese Aufgaben in den wenigen Wochen vollbracht hat und wir ein gesundes Bienenvolk vor uns haben. Grund genug für eine Krönung. Imker*innen nennen dies „die Königin kennzeichnen“ mit Hilfe eines Weiselfängers (dies ist ein kleines Rohr mit dem die Königin gefangen wird) Kleber und einem kleinen Punkt in der Farbe des Bienenjahres (siehe Foto). Das Bienenjahr 2020 hat die Farbe „blau“. So weiß der Imker*in immer wie alt seine gekennzeichnete Königin ist. Bienenköniginnen können im Gegensatz zu den Arbeiterinnen und Drohnen ganze 5 Jahre alt werden. Diese Aktion war ganz schön aufregend, da die Königin nicht zu Schaden kommen sollte. Nach einem kurzen Aufschrei „die Königin ist ins Gras gefallen“ haben wir es geschafft, die Königin mit dem Weiselfänger einzufangen und ihr einen schönen blauen Punkt auf den Rücken zu kleben. Danach haben wir sie wieder ihrem Volk zurück gegen. Jetzt hat unsere Königin ihre Krone. Ich bin gespannt auf den nächsten Blick in die Bienenbeute und ob ich ihre Majestät mit dem blauen Punkt entdecke.

Erste Honigernte

Ernte1Es ist Mittwoch, der 3. Juni 2020 um 8:30 Uhr. Wir starten mit unserer Ernte in Imkerkleidung auf dem Gelände des Krügervereins beim Bienenvolk. Woher weiß der Imker*in wann der Honig reift ist? Dies bestimmt er/sie mit Hilfe eines Refraktometers, das den Wassergehalt und somit die Reife des Honigs misst. Der Wert sollte nicht über 18 % liegen, damit der Honig später im Glas nicht zu gären beginnt. Wir haben Glück! Bei 14 Honigwaben liegt der Wert zwischen 17 - 15% und ist damit reif für die Ernte. Alle 14 Waben nehmen wir heraus und kehren die wenigen Bienen, die noch darauf herumlaufen vor dem Flugloch ab. Eine volle Honigwabe wiegt zwischen 2-3 Kg. Bei über 30 Kg Gewicht  transportieren wir unserer Ernte mit einem Handwagen zur Küche in die Krügervilla. Gut, dass hier schon alles vorbereitet ist. So können wir gleich mit dem Entdeckeln der Honigwaben beginnen. Die Bienen verschließen ihren reifen Honig mit einer dünnen Wachsschicht und diese entfernen wir mit einer sogenannten Entdeckelungsgabel, bevor wir die Waben in die Honigschleuder stellen, Denn sonst würde der Honig nicht aus den Waben fließen. Dann geht es ans Schleudern. Erst sehr langsam wird die Schleuder mit der Handkurbel gedreht und später kräftiger, damit wir keinen Wabenbruch erleiden. Insgesamt wird jede Wabenseite 2 - 3mal gewendet nach ca. 20 Minuten ist der Honig aus den ersten vier Waben geschleudert. Die leeren Waben geben wir dann später wieder an die Bienen zurück. Nach zwei Schleudergängen ist so viel Honig unten auf dem Schleuderboden, dass das wir das erste Mal den Quetschhahn öffnen und fasziniert beobachten, wie die gold-gelbe Flüssigkeit durch die ersten zwei Siebe in den Eimer rinnt. Anschließend fließt der gesamte Honig noch durch ein ganz feines Spitzsieb, damit auch kleinste Wachsreste heraus gefiltert werden. Zwei gefüllte Eimer mit Honig sind das Ergebnis unserer ersten Ernte. Wir sind zufrieden, erleichtert und auch stolz, dies gemeinsam geschafft zu haben. So genießen wir ein leckeres Honigpicknick um die Mittagszeit. Anschließend geht es an‘s Aufräumen und Reinigen.

Vorbereitung für die erste Honigernte

Vorbereitung_Honigraum_2._Juni_2020.jpg

Wir haben Dienstag, den 2. Juni und die erste Honigernte steht bevor. Das ist für uns ein aufregendes Erlebnis und braucht gute Vorbereitung, damit alles reibungslos funktioniert.  Alle notwendigen Geräte und Materialien (Honigschleuder, Entdeckelungsgeschirr, Siebe, Gläser, Eimer, Rührmaschine und Rührstab) wurden gesäubert und stehen nun aufgebaut und ausprobiert in der Küche in der Krügervilla. Wir, das Team der ersten Honigernte Herr Engel, Herr Schöler, Herr Lanzel, Frau Merten und in der Vorbereitung Frau Mandler, freuen uns auf den morgigen Tag der Ernte.

 Am Nachmittag zuvor wird noch die Bienenflucht zwischen Brut- und Honigraum eingesetzt, damit am nächsten Tag möglichst wenige Bienen im Honigraum und somit auf den Honigwaben sitzen. Dies macht die Honigernte für die/den Imker*in deutlich einfacher und für die Bienen ruhiger.

 Der zweite Honigraum

WassergehaltWir haben Mitte Mai und unsere Bienen sind fleißig. Die Temperaturen sind tagsüber warm und ein großes blühendes Rapsfeld steht ganz in der Nähe. Das sind hervorragende Bedingungen für viel Honig mit einem geringen Wassergehalt. Diesen prüfen wir mit einem Refraktometer. Das Ergebnis lag bei etwas über 17%, ein Wert, der schon einen reifen Honig anzeigt. Jetzt warten wir, dass die Bienen noch mehr Honig in die zwei Honigräume eintragen. Dann schauen wir nochmal nach seinem Wassergehalt und prüfen, ob die Honigwaben zum großen Teil verdeckelt sind. Ist dies so, kann bald geerntet, geschleudert, gerührt und gekostet werden.

Die erste Schwarmkontrolle

Schwarmkontrolle 27. April 2020Wir haben heute den 27. April 2020. Das Wetter ist sonnig bei ca. 20°C und kaum Wind. Also super Bedingungen um einen genaueren Blick auf unser Bienenvolk zu werfen. Frau Henck unsere Imkerin ist auch mit dabei und unterstützt mich fachlich mit ihren Erfahrungen. Der erste Blick in den Honigraum zeigt uns leere Rahmen mit nicht ausgebauten Mittelwänden. Kurze Enttäuschung. Den Honigraum zur Seite genommen ist die Sicht frei für den oberen Brutraum. Dieser ist gefüllt mit vielen Bienen auf und zwischen den Rahmen und gibt uns den Hinweis, dass die Bienen doch schon recht fleißig waren und Honig eingelagert haben. Jedoch nicht wie gewünscht in den Honigraum, sondern auf den Rändern der Brutwaben. Zur Motivationen für die Bienen, ihren Honig in den Honigraum zu tragen haben wir vier der vollgefüllten Rahmen mit Honig in den Honigraum umgehängt. Dies schafft außerdem Platz im Brutraum für die Eier der Königin und trägt somit zur Schwarmvermeidung bei. Dabei haben wir auch gleichzeitig alle Rahmen in den zwei Bruträumen auf Weiselzellen (Königinnenzellen) untersucht und diese entfern zur Vermeidung des Schwarmtriebs. Die Königin gut ist an ihrem roten Punkt (Markierung) zu erkennen. Bilanz aus der ersten Schwarmkontrolle: dem Bienenvolk geht es gut, ausreichend Brut und Honig sind vorhanden, Königin ist da und bei bester Gesundheit. Bei nächster Gelegenheit wird es Zeit, einen Ableger (Jungvolk) zu bilden. Also Bienenvolk Nummer zwei. Die nächste Schwarmkontrolle ist in 7 Tagen fällig. Mal schauen was dann so passiert ist.

Bienen im April

die Bienen fliegen 1. April 2020Wir haben April, die Kirsch– und Apfelblüte sind im vollen Gang und damit auch das ganze Bienenvolk, welches schon fliegen kann. Am Flugloch ist spätestens zur Mittagszeit, wenn die Sonnen genau auf den Bienenstock scheint, reges Treiben und die Bienen tragen in ihren Pollenhosen gelben, orangen bis hin zu purpurroten Pollen in den Bienenstock ein. Ein schönes Schauspiel, dem ich gern eine Weile zuschaue und mich freue am Summen und der Betriebsamkeit der Bienen. In froher Hoffnung haben wir auch schon mal den Honigraum, das ist die oberste Zarge auf die zwei Bruträume gestellt. Der Honigraum ist nur für den Honig bestimmt, da die Königin durch das Absperrgitter nicht in diese Zarge gelangen kann. So kann die Königin keine Brut in den Honigraum legen. Zurzeit ist noch kein Honig darin zu sehen, aber das kommt schon noch. Laut Büchern, Zeitung und erfahrenen Imker*innen ist ab Mai mit der Füllung des Honigraumes zu rechnen. Und nun bedarf es auch der regelmäßigen „Schwarmkontrolle“, bei der nach den Königinnenzellen Ausschau gehalten wird, um diese zu entfernen und den Schwarmtrieb der Bienen zu verhindern. Neugier geweckt? Gern zeig ich Ihnen unserer Bienen und nehme Sie zu einer der regelmäßigen Begutachtungen oder Schwarmkontrollen mit. Damit die Bienen nicht allzu oft gestört werden, würde ich dies gern im Vorfeld etwas planen. Sie können mich gern anrufen (036202-26232) oder per E-Mail unter erreichen.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und auf fleißige Bienen.     

 Hurra unsere Bienen sind da!

Hurra unsere Bienen sind da4Am Mittwoch, dem 18. März 2020 ist unser erstes Bienenvolk aus ihrer bisherigen Wohnung in Apfelstädt in unsere Krügervereins-Wohnung nach Neudietendorf gezogen. Im Bienenstock – auch Beute genannt – befinden sich zehn sogenannte Rähmchen gefüllt mit Futter und Brut und jeder Menge Bienen. Auch die Königin haben wir sehen können, erkennbar an ihrer Größe und dem roten Klebepunkt auf dem Rücken. Nach diesem aufregenden Umzug haben sie nun erstmal Zeit, bei sonnigem Wetter ihre neue Umgebung ungestört zu erkunden. Das zweite Bienenvolk muss noch etwas aufgepäppelt werden und kommt dann nach.

Wir freuen uns auf ihr Summen und jede Menge Betriebsamkeit.

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